Krypto gehen die Entwickler aus – mit dramatischen Folgen
Nicht nur die Krypto-Kurse sind seit Monaten auf Talfahrt. Auch die Zahl der Web3-Entwickler erlebt einen massiven Einbruch. Aktuelle Daten des Electric Capital Developer Dashboards zeigen einen Rückgang von...

Nicht nur die Krypto-Kurse sind seit Monaten auf Talfahrt. Auch die Zahl der Web3-Entwickler erlebt einen massiven Einbruch. Aktuelle Daten des Electric Capital Developer Dashboards zeigen einen Rückgang von 45.000 aktiven Programmierern im Juli 2025 auf heute rund 27.000. Es ist der stärkste nominale Rückgang seit Bestehen der Datenreihe. Ein Branchenkenner nennt es den “Tag der Abrechnung” – mit weitreichenden Konsequenzen für alle Krypto-Ökosysteme. Welche Projekte jetzt kämpfen, wer profitiert und worauf Investoren achten sollten.
“Tag der Abrechnung”
Die Zahlen wirken zunächst dramatisch. Doch ein Blick dahinter zeigt: Die Branche erlebt weniger eine Krise, sondern eher eine Bereinigung. BTC-ECHO hat mit Owen Healy gesprochen, einem auf Blockchain spezialisierten Recruiter, der über 130 Fachkräfte in 36 Ländern platziert hat.
“Auf der einen Seite gibt es VC-finanzierte Projekte, denen schlicht das Geld ausgeht. Auf der anderen Seite sehen wir eine klare Konsolidierung”, so Healy. Er sieht mehrere Faktoren, die den Rückgang erklären: Geldmangel, eine Migration von Talent Richtung KI und eine strukturelle Konsolidierung bei General-Purpose-Chains.
“Protokoll-Ingineure, die früher massive Gehälter bekommen haben, bekommen immer noch massive Gehälter”, erklärt Owen. “Es gibt nur nicht mehr so viele offene Stellen für sie.” So ist die Zahl erfahrener Entwickler mit mehr als zwei Jahren im Krypto-Space laut Electric Capital auf einem Allzeithoch. Sie schreiben mittlerweile 70 Prozent des gesamten Codes. Krypto-Veteranen kennen das Muster aus früheren Zyklen: Die Touristen gehen, die echten Builder bleiben.
Solana vorn, Ethereum stagniert
Bitcoin und Solana erlebten auf Jahressicht das größte Wachstum. Im Juli 2024 überholte Solana erstmals seit 2016 Ethereum bei der Zahl neuer Entwickler. Mit einem Wachstum von 83 Prozent im Jahresvergleich zog Solana 7.625 neue Entwickler an.
Owen erklärt den Erfolg mit einem Faktor, den viele unterschätzen: Community-Building. “Was Solana geschafft hat und Ethereum nicht – sie geben den Leuten das Gefühl, dazuzugehören und incentiviert zu werden”, sagt er. “Es gibt ein Superteam-Kohort hier in Dublin, und jede Woche treffen sie sich, und da sind etwa 40 bis 50 Leute.”
Das Solana-Ökosystem sei “aktiver vor Ort”, mit besseren Hackathon-Optionen und lokalen Bounties. Die Ethereum Foundation hingegen verlasse sich zu sehr darauf, dass Entwickler sich mit der Mission identifizieren.
Die Zahlen bestätigen das: Ethereums monatlich aktive Entwickler fielen um 17 Prozent auf 6.244. Wobei 79 Prozent der Abgänge Part-Time oder One-Time Contributors waren. Die Restrukturierung der Ethereum Foundation und der Start von Etherealize haben laut Owen bisher aber wenig geändert. Gemessen an der Gesamtzahl bleiben Ethereum und das EVM-Stack jedoch weiterhin die Nummer Eins der Branche.
Polkadot und Cosmos vor dem Kollaps?
Während Solana gewinnt, kämpfen andere Ökosysteme ums Überleben. Das Cosmos-Ökosystem erlebt 2025 eine regelrechte Shutdown-Welle. Comdex (DEX), Kujira (DeFi), Evmos (EVM-Kompatibilität), Picasso/Composable (Cross-Chain), Quasar/Tower (DeFi) und Stride (Liquid Staking) haben den Betrieb eingestellt. Die Gründe sind überall dieselben: mangelndes Nutzerwachstum, unzureichende Einnahmen, sinkende Entwickleraktivität.
Die Token-Performance spiegelt das wider: ATOM ist 90 Prozent vom Allzeithoch entfernt und notiert bei etwa vier US-Dollar. OSMO hat seit Ende 2024 weitere 79 Prozent verloren. JUNO kollabierte von 43 auf 0,09 US-Dollar, ein Minus von 99 Prozent.
Owen bestätigt: Das Cosmos SDK ist aus der Mode. “2023/24 war es das Cosmos SDK, und jetzt ist es Anchor”, das Framework im Solana-Ökosystem. Für Projekte, die auf veralteten Tech-Stacks aufbauen, wird es schwer, Entwickler zu halten.
Polkadot hat den dramatischsten Absturz erlebt. Von 2.400 monatlich aktiven Entwicklern im Juli 2024 auf nur noch rund 1.000 heute. Owen sieht das Ökosystem kritisch, auch wenn er Sympathie für die technische Vision hat. Das Problem sei nicht die Technologie, sondern das Scheitern, eine emotionale Bindung zu Entwicklern aufzubauen. Substrate, das Framework hinter Polkadot, war 2021/22 noch das “Framework of Choice”. Heute suchen nur noch wenige Projekte danach.
Warnsignale: Die Checkliste
Basierend auf Healys Beobachtungen lassen sich Kriterien ableiten, die auf Ökosysteme mit schlechten Aussichten hindeuten. Zum einen ein veralteter Tech-Stack: Projekte, die auf Substrate oder dem Cosmos SDK aufbauen, haben es schwerer, Entwickler zu finden. Die Nachfrage hat sich zu Anchor (Solana) und EVM-kompatiblen Frameworks verschoben. Auch das Community-Building ist entscheidend.
Ein weiterer Trend, spiegelt das gedrehte Narrativ am Krypto-Markt: Projekte, die von Venture Capital leben, aber keine nachhaltigen Einnahmen generieren, stehen vor dem Aus, sobald das Geld aufgebraucht ist. Entwickler meiden tokenisierte Projekte mit hohen Fully Diluted Valuations und unklarem Product-Market-Fit. Der Upside ist begrenzt, das Risiko hoch. Wer sich technologisch nicht differenziert, verliert.
Vitamin B
Während Entwickler kämpfen, boomen andere Bereiche. “Trading-Rollen, institutionelle Rollen, besonders institutionelle BD-Rollen laufen gerade sehr gut”, berichtet Healy. “Auch viele Stellen in Legal, Compliance und Product entwickeln sich positiv.”
Das Geld fließt offenbar in institutionelle Infrastruktur, nicht in neue Protokolle. Healys Überraschungstipp für 2025 ist das Canton Network. “Wenn ich ein Ökosystem auswählen müsste, das in den nächsten zwölf Monaten viel Talent anziehen wird, wäre es das Canton. Wir kommen in diese Ära des institutionellen Krypto.” Healy sieht dabei nicht unbedingt neue Entwickler zu Canton kommen, sondern eine Rotation aus anderen Ökosystemen.
Als Nebeneffekt der Marktlage hat sich zudem der Bewerbungsprozess fundamental verändert. “Man sieht KI-Bewerbungen, die anschließend von KI-Recruitern abgelehnt werden”, erklärt Healy. Viele Lebensläufe enthielten mittlerweile Prompt Injections, um automatisierte Screening-Tools zu überlisten.
Seine Empfehlung: “Versuche nicht, den Markt durch mehr Bewerbungen zu schlagen – versuche, dich besser zu positionieren als der Markt.” Netzwerke seien wichtiger denn je. “Eine interne Empfehlung und jemanden im Unternehmen zu haben, der für deine Fähigkeiten einsteht, ist jetzt wertvoller denn je.”
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Was das für Anleger bedeutet
Der Entwicklerrückgang ist also kein automatisches Verkaufssignal. Die Daten zeigen eine Branche in der Reifung. Es gibt zwar weniger Köpfe, aber dafür mehr Erfahrung. Die Qualität des Codes steigt, während die Quantität fällt.
Für Ökosystem-Wetten liefert die Analyse hingegen klare Signale: Solana und das Canton Network ziehen Talent an. Ethereum hält die Stellung bei erfahrenen Entwicklern, verliert aber bei Newcomern. Polkadot und Cosmos kämpfen ums Überleben. Alle non SVM- und EVM-Ökosysteme müssen demnach kritisch nach klaren Differenzierungsmerkmalen betrachtet werden.
Quellen
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