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07/17/2022

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Krypto-CEOs: Wie groß ist ihre Macht wirklich?

Die Krypto-CEOs von Cardano, Binance und Ripple geben in den Medien den Ton ihrer angeblich dezentralen Blockchains an. Wie groß ist ihre Macht wirklich?   Source: BTC-ECHO Der Beitrag Wie groß ist die Macht der Krypto-CEOs wirklich? erschien zuerst...

Krypto-CEOs: Wie groß ist ihre Macht wirklich?

Dem Cambridge Dictionary zufolge hat ein Chief Executive Officer (CEO) die “wichtigste Position in einem Unternehmen” inne. Denn er oder sie sei hauptverantwortlich für das Leiten des Unternehmens und bekomme von allen anderen Bereichen obligatorisch Berichte geliefert.

Übertragen auf eine Blockchain klingt das zunächst weder dezentral noch sonderlich demokratisch. Beides Eigenschaften, die sich aber fast jedes Projekt im Krypto-­Space auf die Fahne schreibt. Was hat es also mit den CEOs der Krypto-­Unternehmen auf sich?

Nicht die Blockchains selbst haben CEOs

In den meisten Fällen steht hinter einem Krypto-Projekt mehr als nur eine einzige treibende Kraft. Je nach Organisation finden sich im Hintergrund eine oder mehrere Institutionen, die oftmals als “Foundation” oder “Labs” bekannt sind – siehe etwa die IOTA Foundation hinter dem gleichnamigen Token.

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Sie versuchen auf der einen Seite, mehr Entwickler:innen und Projekte für die Blockchains zu gewinnen. Auf der anderen Seite beeinflussen sie politische und ökonomische Entscheidungsträger:innen und klären Interessierte über die Projekte auf. Jede dieser Institutionen hat einen eigenen Chef an ihrer Spitze.

So setzen sich bei Cardano die Unternehmen im Hintergrund aus EMURGO, der Cardano Foundation und der Input Output Hong Kong (IOHK) zusammen. EMURGOs CEO ist Ken Kodama, die Cardano Foundation wird von Frederik Gregaard geführt und Charles Hoskinson ist CEO der IOHK.

Jede:r CEO, ob von Cardano oder anderen Protokollen, wird hin und wieder um Stellungnahmen und Einschätzungen in den Medien gebeten. Zu Recht, schließlich sind auch diese CEOs getreu der Definition maßgeblich für die Ausrichtung und Prioritätensetzung der Unternehmen verantwortlich, oder?

Sind CEOs für die Blockchains verantwortlich?

Die Unternehmen werden von den CEOs verantwortet und diese arbeiten maßgeblich an der Entwicklung der dezentralen Plattformen mit. Aber sie haben, wenn so programmiert, nicht per se Entscheidungshoheit über die Protokolle. Mittels ihrer Konsensmechanismen und Token versuchen die meisten Blockchain-Protokolle, ihren Nutzer:innen Mitbestimmungsrechte zuzuweisen und so die Macht im Netzwerk zu verteilen.

Aktuell setzen die meisten Blockchains auf einen Proof-of-Stake-Konsensmechanismus. Dieser stärkt die Dezentralität insofern, als die Entwickler:innen so sicherstellen, dass jede:r sich am Netzwerk beteiligen kann. Mittels der erworbenen Token erhält der oder die Besitzer:in das Recht, an Abstimmungen über die Entwicklung des Netzwerks teilzunehmen.

Dabei gilt: One Token, one Vote. Zugleich bekommt man für die gesamte Menge an gestakten Token eine Belohnung in Höhe eines vorher festgelegten Prozentsatzes. Hierbei ergibt sich die Schattenseite des Proof of Stake für die Dezentralität. Denn durch die Prozente werden Staker:innen nach ihren Anteilen entlohnt und somit bleiben vorhandene Machtstrukturen bestehen. Einfacher ausgedrückt: Wer eine große Menge an Token stakt, bekommt absolut mehr Token als jemand, der eine kleinere Menge hält. Da beide prozentual anteilig gleich viel Token erhalten, ändert sich nichts an den Governance-Rechten.

Bei Betrachtung der größten Proof of Stake Blockchains nach Marktkapitalisierung hinsichtlich ihrer Token-Verteilung fällt XRP mit einem besonders hohen Wert auf. Mit über 80 Prozent der XRP, die von den Top-50-Halter:innen verwahrt werden, “verteilt” sich die Governance-Macht auf nur wenige Adressen.

Anders sieht das bei Cardano aus. Hier halten die Top-50-Halter:innen insgesamt etwa zehn Prozent aller verfügbaren ADA-Token. Damit erzielt ­Cardano den mit Abstand niedrigsten Wert in dieser Kategorie.

Warum haben CEOs dann Einfluss?

Ein Grund für den hohen Zentralisierungsgrad ist, dass es sich bei den CEOs häufig um die Gründer:innen beziehungsweise Entwickler:innen hinter den jeweiligen Projekten handelt. Da bei der Aufsetzung der Blockchains oftmals wenige Personen beteiligt sind, halten sie zunächst die Mehrheit beziehungsweise alle existierenden Token.

Im Fall von Cardano wurde das Protokoll von Charles Hoskinson und Jeremy Wood entwickelt. Nach der Programmierung gewannen die beiden mehr Entwickler:innen für ihre Idee. Diese unterstützen das Netzwerk als Validatoren und halten entsprechend ihrem Stake-Anteil ADA-Token. Mit der Zeit folgten mehr Nutzer:innen, die weder staken noch validieren und trotz des Tokens halten.

Anders sieht es beispielsweise bei dem Binance Coin aus. Hier ist das Netzwerk auch weiterhin stark zentralisiert. Die Top-50-BNB-Halter:innen haben über 95 Prozent der verfügbaren Token in ihrem Besitz. Dabei liegt ein Großteil dieser Top 50 in der Binance-Krypto-Börse selbst – dazu später mehr.

Da die Börse mittels der Binance Funds große Anteile des Stakings hält, kann sie Entscheidungen stark im eigenen Interesse beeinflussen. Diese Zugangsmöglichkeit macht den CEO von Binance, Changpeng “CZ” Zhao, zu einem der mächtigsten Krypto-CEOs der Welt. Dabei sind sich Aufsichtsbehörden weltweit nicht sicher, ob das auf legalem Weg passiert. Zhao, der von Bloomberg Anfang des Jahres zu den zehn reichsten Menschen der Welt gezählt wurde, musste sich in der Vergangenheit bereits den Vorwürfen der Steuerhinterziehung stellen.

Anteile können delegiert werden

Die Betrachtung der Top-Adressen gilt es jedoch mit Vorsicht zu genießen. Denn oftmals zeigen die reichsten Adressen die größten Krypto-Börsen. Diese sind dabei jedoch nicht zwangsläufig die wahren Besitzer:innen, sondern nur die “Verwalter” der Token für ihre Nutzer:innen.

Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass es sich um nur eine Adresse handelt, obwohl sich diese eigentlich aus sehr vielen einzelnen Adressen zusammensetzt. Zugleich können die Zahlen aber auch in die andere Richtung in die Irre führen, wenn beispielsweise wie bei Cardano mehrere Wallet-Adressen zu den gleichen Besitzer:innen gehören. Die Top-100-Accounts verwahren etwa ein Sechstel der insgesamt verfügbaren Tokenmenge.

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Zudem merkt man beim Praxistest schnell: Nur weil viele Adressen sich am Staking beteiligen können, heißt es noch nicht, dass sie das auch tun. Deshalb sollte man bei der Betrachtung von Dezentralität und Macht besonders die validierenden Nodes unter die Lupe nehmen.

Das Ergebnis ist für Unwissende schockierend: Im Fall Binance bedeutet das beispielsweise, dass nur 21 Nodes an den Entscheidungen über den Binance Token mitwirken. Zhao, der stets die hinterlegten Binance Funds als Staking-Masse einsetzen kann, gewinnt dadurch einen sehr großen Einfluss auf die Entwicklung des Protokolls.

Etwas dezentraler, jedoch immer noch stark zentralisiert, sieht es bei XRP mit den 150 validierenden Nodes aus. Die einzige Proof of Stake Blockchain, die die Macht über die Validation und Governance im Netzwerk verteilt, ist Ethereum mit über 220.000 Nodes.

Trotz dieser Verhältnisse sollte man jedoch nicht vergessen, dass viele Protokolle noch in den Kinderschuhen stecken. Die Dezentralität kann bei stärkerer Beteiligung durch andere wachsen. Deshalb sollte man die Validatoren und Adressenanzahl im Auge behalten.

Die Macht hängt von den anderen ab

Im Fazit lässt sich festhalten: Der Einfluss der CEOs auf ein dezentral organisiertes Netzwerk hängt insbesondere davon ab, wie viele der Token-Anteile er oder sie hält, ob der oder die CEO sich bemüht, anteilig mehr zu erhalten, und inwiefern die Token-Menge anderer Nutzer:innen wächst.

Seit Dezember 2020 sind bei ­Cardano beispielsweise über 3.900 Adressen dazugekommen, die mehr als 10.000 und weniger als eine Million US-Dollar in ADA halten. Dadurch wird der Einfluss dieser, sofern sie von ihrem Governance-Recht Gebrauch machen, größer.

Sollte Hoskinson nicht im gleichen Stil Token gekauft haben, verringerte sich sein Abstimmungseinfluss durch diese neu dazugekommenen “kleinen Wale” bereits.

Grundsätzlich gilt, dass es Dezen­tralität nicht geschenkt gibt. Die Macht der einzelnen CEOs, ob das Charles Hoskinson bei Cardano oder Changpeng Zhao bei Binance ist, bestimmt sich aus den Grundpfeilern der Protokolle und aus dem aktiven Mitwirken der Teilnehmer:innen. Wenn die Dezentralität vor der Investition eine Rolle spielt, sollte man die Netzwerke daher auf die ­Machtverhältnisse prüfen, bevor man investiert.

Disclaimer

Dieser Artikel erschien bereits in der März-Ausgabe des BTC-ECHO Magazins.

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